Niemand muss im Alter einsam sein. In Offenbach am Main gibt es viele offene Türen: vom Mittagstisch im Seniorentreff Nordend bis zu den Rikscha-Fahrten des Freiwilligenzentrums. Dazu kommen Gymnastik, Gesprächskreise, Handarbeitsgruppen und die Wochenmärkte. Entdecken Sie die geselligen Treffpunkte in Ihrem Stadtteil und knüpfen Sie neue Kontakte.

Erste kleine Schritte

Niemand muss von heute auf morgen ein neues Leben beginnen. Meine Mutter hat fast ein Jahr gebraucht, bis sie bereit war, wieder unter Leute zu gehen. Und dann hat sie mit einem einzigen Kaffeebesuch in einem Seniorentreff angefangen. Oft reicht ein kleiner Schritt, der nächste folgt fast von allein.

  1. Einen Anruf wagen

    Rufen Sie die Zentrale Beratungs- und Servicestelle des Sozialamts an: Tel. 069 8065-3584 (Stadthaus, Berliner Straße 60; täglich von 10:00 bis 12:00 Uhr erreichbar). Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die Angebote der Stadt. Sagen Sie einfach: „Ich möchte wieder mehr unter Menschen kommen." Sie hören zu und nennen Ihnen Adressen, die zu Ihnen passen.

  2. Einen Treffpunkt ohne Anmeldung besuchen

    Das Café im Demenzzentrum StattHaus (Geleitsstraße 94) ist öffentlich: Montag bis Donnerstag von 12:00 bis 16:00 Uhr, Mittagstisch bis 14:00 Uhr. Ohne Anmeldung, ohne Verpflichtung. Sie können einfach vorbeikommen und sich umsehen. Setzen Sie sich dazu.

  3. Einen Termin pro Woche fest einplanen

    Tragen Sie einen festen Termin in Ihren Kalender ein, etwa den Seniorenclub der Jüdischen Gemeinde (montags 15:00 bis 18:00 Uhr, Kaiserstraße 109) oder den Bewegungstanz im Seniorentreff Nordend (donnerstags 11:00 bis 12:00 Uhr). Ein fester Termin gibt der Woche Halt. Und aus fremden Gesichtern werden schnell bekannte.

  4. Ein Ehrenamt ausprobieren

    Wer anderen hilft, ist selbst mitten im Leben. Das Freiwilligenzentrum Offenbach (Domstraße 81, Tel. 069 82367039) vermittelt Engagierte, zum Beispiel als Rikscha-Piloten oder Digital-Lotsen. Ein Anruf genügt, die Beratung ist kostenlos.

Gut zu wissen

Sie müssen nicht gleich mit allen ins Gespräch kommen. Es reicht völlig, dabei zu sein, zuzuhören, einen Kaffee zu trinken. Niemand erwartet etwas von Ihnen, und niemand bleibt lange allein in der Ecke sitzen.

Treffpunkte und Cafés: Einfach vorbeikommen

Diese Angebote sind offen für alle. Sie können einfach kommen, sich umsehen und wieder gehen, wann Sie möchten. Die fünf städtischen Seniorentreffs liegen über das ganze Stadtgebiet verteilt, vom Nordend bis nach Bürgel:

Städtische Seniorentreffs in Offenbach am Main
AngebotWann und woWas Sie erwartet
Seniorentreff Nordend (ASB) Pirazzistraße 18
Tel. 069 9854446-70
Offener Mittagstisch Montag bis Freitag 12:00 bis 13:00 Uhr (7,50 bis 8,50 Euro). Bewegungstanz und Rückenfit am Donnerstag, Singen für Jedermann am Dienstag, PC-Kurse am Montag und der Spielenachmittag am Donnerstag.
Seniorentreff Lauterborn (Caritas) Richard-Wagner-Straße 95
Tel. 069 83005785
Lauterborner Küche, der Mittagstisch des Stadtteils, donnerstags 12:00 bis 14:00 Uhr. Gymnastik am Stuhl mittwochs, Spaziertreff „Ge(h)meinsam" mittwochs 14:30 bis 15:30 Uhr, dazu Apfelwein mit Brezel freitags ab 15:00 Uhr.
Seniorentreff Emil-Renk-Haus (Aktive Senioren Tempelsee) Gersprenzweg 24
Tel. 069 852974-1
Gymnastik und Sport dienstags ab 9:30 Uhr, Bewegungsparcours im Park freitags 14:30 bis 15:30 Uhr (Mai bis Oktober), Waldbaden auf Anfrage und eine Rikscha-Station.
Seniorentreff Else-Herrmann-Saal (AWO) Goerdelerstraße 1
Tel. 069 8500357-0
Alltags-Trainings-Programm (ATP) mittwochs 9:30 bis 10:30 Uhr, Zumba Gold donnerstags 10:30 bis 11:15 Uhr, Yoga im Sitzen freitags 10:15 bis 11:00 Uhr, dazu der monatliche Montagstreff der Seniorenhilfe. Grundangebote kostenfrei, Kurse mit Gebühr.
Seniorentreff Christine-Kempf-Haus (BTG Bürgel) Schönbornstraße 67
Tel. 069 864010-10
Tai-Chi und Qi-Gong montags und freitags 10:00 bis 11:00 Uhr, Gymnastik mit Yoga-Elementen dienstags 11:00 bis 12:00 Uhr, Spaziertreff donnerstags und die Technik-Sprechstunde der DI@-Lotsen am ersten und dritten Dienstag, 14:00 bis 16:00 Uhr.

Die städtischen Treffs sind der Kern, aber nicht alles. Auch diese Türen stehen offen:

  • Café im Demenzzentrum StattHaus: Geleitsstraße 94. Das Café ist öffentlich und barrierefrei, ein Treffpunkt für Menschen mit Demenz, Angehörige und Nachbarn. Geöffnet Montag bis Donnerstag 12:00 bis 16:00 Uhr, Mittagstisch 12:00 bis 14:00 Uhr (ca. 5,50 Euro). Näheres unter breuerstiftung.de.
  • Mehrgenerationenhaus Sandgasse: Sandgasse 26, Tel. 069 8065-3969. Medienwerkstatt für Senioren freitags 10:00 bis 13:00 Uhr, Theater AG 55+ freitags ab 16:30 Uhr, offener Musiktreff mit Ukulele. Die Angebote sind gegen eine Spende.
  • Jüdische Gemeinde Offenbach: Kaiserstraße 109. Der Seniorenclub trifft sich montags 15:00 bis 18:00 Uhr, mit Bingo und Vorträgen, auch auf Russisch. Dazu Computerkurs mittwochs 15:00 bis 17:00 Uhr und israelische Tänze donnerstags 15:00 bis 16:00 Uhr.
  • Migranten-Treff Kaiserstraße (AWO): Kaiserstraße 77. Ein geschützter Raum für ältere Migrantinnen und Migranten, mit Austausch in der Muttersprache und Beratungsformaten.

Einen ähnlichen Platz nehmen die Moscheegemeinden ein, zum Beispiel die DITIB-Gemeinden in Offenbach. Viele ältere Menschen mit Einwanderungsgeschichte treffen sich dort nach dem Freitagsgebet und bei Gemeindefesten. Sie sind willkommen; die genauen Angebote erfragen Sie am besten vor Ort.

Neue Kontakte knüpfen

Neue Freundschaften entstehen nicht auf Knopfdruck, aber man kann ihnen auf die Sprünge helfen. Gut geeignet sind Orte, an denen Menschen regelmäßig zusammenkommen:

  • Treff für Alltagsfragen im Stadtteilbüro Mathildenplatz: Krafftstraße 29, montags 15:00 bis 17:00 Uhr. Eine offene Gruppe für Senioren, die sich über Alltagsthemen austauscht. Kostenlos, ohne Anmeldung, Tel. 069 85093623.
  • Smart am Phone: ebenfalls Krafftstraße 29, am dritten Donnerstag im Monat 11:00 bis 12:00 Uhr. Ehrenamtliche helfen bei Smartphone und Tablet (Ihrem Handy). Beim Helfen kommt man schnell ins Gespräch.
  • Stadtbibliothek Offenbach: Herrnstraße 84. Mehr als ein Ort zum Ausleihen: Hörbücher, die Onleihe für zu Hause und ein ruhiger Ort zum Verweilen. Ein Lieferservice für immobile Menschen ist im Aufbau, Details erfragen Sie in der Bibliothek.
  • VHS Offenbach: Berliner Straße 77. Kurse für Sprachen, Gesundheit und digitale Themen. Das „Einfach-Digital-Café" ist eine Kooperation mit dem Freiwilligenzentrum: Sie bringen Ihr Gerät mit und lösen Ihre Fragen im direkten Austausch.

Sie sind nicht allein mit Ihrem Gefühl

Viele Menschen über 60 in Offenbach am Main wünschen sich neue Kontakte. Genau für sie sind diese Angebote gemacht. Die anderen kommen aus demselben Grund wie Sie.

Gemeinsam aktiv: Gruppen und Kurse

Über ein gemeinsames Hobby kommt man am leichtesten ins Gespräch. Diese Gruppen freuen sich über neue Gesichter. Viele Bewegungsangebote bündelt das Programm „Bewegt älter werden in Offenbach" der Stadt, gefördert mit der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAGE). Die Übersicht dazu finden Sie auf offenbach.de:

  • Turngesellschaft Offenbach (TGO): Sprendlinger Landstraße 1. Senioren-Gymnastik montags ab 14:15 Uhr, Rückenfitness montags 20:00 Uhr, Gesundheits-Gymnastik dienstags 19:00 Uhr und die Trimmgruppe für Ältere donnerstags 19:30 Uhr in der Sporthalle der Leibniz-Schule (Parkstraße 1).
  • Singen für Jedermann: Seniorentreff Nordend, Pirazzistraße 18, dienstags 11:30 bis 12:30 Uhr. Volkslieder und Evergreens in geselliger Runde, kostenlos und ohne Anmeldung.
  • VHS Offenbach: Berliner Straße 77. Sprachen, Gesundheit, Kreativität und digitale Themen; das Programm steht auf vhs-offenbach.de oder liegt in der VHS aus. Der Demenz-Bildungsurlaub richtet sich an pflegende Angehörige.
  • Seniorengymnastik St. Paul: Paulusheim, montags 10:00 bis 11:00 Uhr, 2 Euro. Eine offene Gruppe der katholischen Pfarrei St. Paul.

Wenn die Füße nicht mehr wollen

Nicht jeder kann noch gut zu Fuß gehen oder lange unterwegs sein. Zum Glück kommen einige Angebote einfach zu Ihnen oder holen Sie ab:

  • Rikscha-Fahrten „Radeln ohne Alter": Das Freiwilligenzentrum Offenbach (FzOF, Domstraße 81) bietet kostenlose Ausfahrten mit elektrisch unterstützten Fahrrad-Rikschas an, bis zu zwei Stunden für zwei Fahrgäste. Ehrenamtliche Piloten fahren mit Ihnen durch die Stadt. Feste Abfahrtsorte sind unter anderem der Seniorentreff Lauterborn, das Christine-Kempf-Haus in Bürgel und das Emil-Renk-Haus in Tempelsee. Buchung: Tel. 069 82367039 oder rikscha@fzof.de.
  • Rollator-Fit-Kurs: Seniorenhilfe Offenbach e.V., Lämmerspieler Weg 43, donnerstags 14:00 bis 15:00 Uhr. Sicheres Bewegen, Hindernisse überwinden und Übungen mit dem Rollator. Tel. 069 87876334.
  • Besuchsdienst mit Hund: Der Malteser Hilfsdienst besucht Sie zu Hause, zusammen mit einem ausgebildeten Besuchshund. Kostenlos, Tel. 0800 3020109.
  • Bewegungsparcours am Grünring: Zwischen Lauterborn und Rosenhöhe, sechs Geräte an der frischen Luft, drei davon speziell für ältere Menschen gestaltet. Kostenlos, ohne Anmeldung, auch mit dem Rollator gut erreichbar.

Auch der Weg zum Markt ist ein Weg zu Menschen. Der Wochenmarkt auf dem Wilhelmsplatz findet dienstags, freitags und samstags statt, im Sommer von 7:00 bis 14:00 Uhr, im Winter von 8:00 bis 14:00 Uhr. Der kleinere Nachmittagsmarkt auf dem Goetheplatz ist donnerstags von 15:00 bis 20:00 Uhr geöffnet. Viele Marktbeschicker kennen ihre Stammkunden seit Jahren, und manch einer kommt auch nur zum Reden vorbei.

Zum Schluss ein Angebot für heiße Tage: das Hitzetelefon Offenbach. Wer sich beim Umweltamt registrieren lässt, bekommt bei offiziellen Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes einen Anruf von geschulten Ehrenamtlichen des Seniorenrats. Sie fragen nach Ihrem Befinden, geben Tipps zum Trinken und organisieren bei Bedarf Hilfe. Senioren rufen Senioren an, das senkt die Hemmschwelle. Einige Seniorentreffs sind klimatisiert und dienen an heißen Tagen als kostenfreie kühle Orte. Die Anmeldung läuft über das Umweltamt der Stadt; Näheres auf offenbach.de.

Wenn das Herz schwer ist

Manchmal sitzt die Traurigkeit tiefer, nach einem schweren Verlust zum Beispiel. Dann braucht es mehr als ein Kaffeekränzchen: ein offenes Ohr. Bitte zögern Sie nicht, diese Hilfe anzunehmen. Es ist keine Schwäche, wenn man jemanden zum Reden braucht. Es ist das Normalste der Welt.

Diese Nummern hören zu

  • TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und anonym.
  • Silbernetz: 0800 4 70 80 90, täglich 8 bis 22 Uhr, ein Telefon extra für ältere Menschen, anonym.
  • Trauercafé der Ökumenischen Hospizbewegung: jeden dritten Sonntag im Monat, 15:00 bis 17:00 Uhr, Treffpunkt Friedhof, Mühlheimer Straße 425. Offener Austausch in geschütztem Rahmen, Tel. 069 80087998.
  • Hausarzt: Bleibt die Niedergeschlagenheit über Wochen, ist auch Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt ein guter erster Ansprechpartner.
  • Zentrum für Psychiatrie und Neurologie (ZPN): Wilhelmsplatz 11, Tel. 069 904 777 09, Termine nach Vereinbarung.

Für Angehörige: Behutsam motivieren

Klein anfangen, mitgehen statt schieben

Sie machen sich Sorgen um einen geliebten Menschen, der sich immer mehr zurückzieht? Ich kenne das Gefühl. Zwei Dinge haben sich bewährt: Fangen Sie klein an: Schlagen Sie einen kurzen, konkreten Besuch vor statt großer Pläne („Am Donnerstag ist der Treff für Alltagsfragen am Mathildenplatz, ich komme mit"). Und gehen Sie mit, statt zu schieben: Begleiten Sie den ersten Besuch selbst, statt nur zu raten: „Geh doch mal wieder raus." Übernehmen Sie das Organisatorische: Termin heraussuchen, anrufen, hinfahren. Und haben Sie Geduld. Manchmal braucht es mehrere Anläufe, denn Druck erzeugt meist nur Widerstand.

Wenn Demenz im Spiel ist, gibt es zusätzliche Entlastung. Die Betreuungsgruppe „AusZeit" des Freiwilligenzentrums (Domstraße 81) nimmt Menschen mit Demenz dienstags und donnerstags von 14:00 bis 17:00 Uhr auf. Das Demenzzentrum StattHaus (Geleitsstraße 94) bietet Tagesbetreuung, Beratung und Kurse für Angehörige an. Die Kosten lassen sich teilweise über den Entlastungsbetrag der Pflegekasse abrechnen. Was die Diagnose für Familien bedeutet und wie Sie erste Schritte gehen, lesen Sie im Ratgeber Vergesslich oder dement?

Quellen

Veröffentlicht am 12. Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte prüfen Sie Details direkt bei der genannten Stelle.

Quellenverzeichnis

  1. Stadt Offenbach am Main: Offenbacher Seniorentreffs
  2. Stadt Offenbach am Main: Broschüre „Bewegt älter werden in Offenbach"
  3. Freiwilligenzentrum Offenbach e.V.: Rikscha für Offenbach (Radeln ohne Alter)
  4. Hans und Ilse Breuer Stiftung: Demenzzentrum StattHaus
  5. Jüdische Gemeinde Offenbach: Freizeitangebote der Gemeinde
  6. Seniorenhilfe Offenbach e.V.: Veranstaltungskalender und Rikscha-Anmeldung
  7. Silbernetz: Das Telefon für ältere Menschen
  8. TelefonSeelsorge: Rund um die Uhr erreichbar

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